Vertreter der Raiffeisenbank Biberach eG geben grünes Licht für Verschmelzung

Raiffeisenbank Biberach eG steigert Bilanzsumme, Kredite und Einlagen – 2 Prozent Dividende für Mitglieder – Mitgliedervertreterinnen und -vertreter machen den Weg für die gemeinsame Zukunft mit der Volksbank Ulm-Biberach eG frei.

Warthausen. Nach zwei Jahren digitaler Vertreterversammlung fand am 28. Juni 2022 die Veranstaltung erstmals in Präsenzform in der Gemeindehalle Ummendorf statt.

115 Vertreterinnen und Vertreter durfte der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Müller zu der Versammlung begrüßen. Diese nutzten die Gelegenheit, um sich persönlich über das Geschäftsjahr 2021 zu informieren und über den geplanten Zusammenschluss mit der Volksbank Ulm-Biberach eG abzustimmen. Vorstandssprecher Gerolf Scherer konnte von einer positiven Entwicklung der Raiffeisenbank Biberach eG berichten, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen auch im Geschäftsjahr 2021 von ihrer starken Marktposition profitiert hat. In seinem Vorstandsbericht fasste Scherer die wichtigsten Kennzahlen zusammen. Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 1,016 Milliarden Euro. Dies ist hauptsächlich auf die deutliche Zunahme der Kundenkredite und der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückzuführen.

Hervorzuheben ist, dass das betreute Kundenvolumen sich auf 2,1 Milliarden Euro beläuft, welches einem Zuwachs von 6,9 Prozent entspricht. Neben den bilanziellen Kundeneinlagen und Kundenkrediten umfasst das betreute Kundenvolumen auch die außerbilanziellen Aktivitäten der Kundinnen und Kunden in Wertpapieranlagen, bei vermittelten Darlehen, beim Bausparen sowie im Versicherungsgeschäft.

Der Trend zu kurzfristigen Geldanlagen wird auf der Passivseite bei den Kundeneinlagen deutlich. Während sich die Spareinlagen um 41,8 Millionen Euro (minus 12,4 Prozent) reduzierten, erhöhten sich die täglich fälligen Kundeneinlagen um 30,5 Millionen Euro (plus 7,5 Prozent) und die Termineinlagen um 5,6 Millionen Euro (plus 335,9 Prozent). Hier setzte die Bank bei ihrer ganzheitlichen genossenschaftlichen Beratung auf die Optimierung der Vermögenstruktur, bei der auch alternative Möglichkeiten und Renditechancen gesichert und zugleich bei höheren Guthaben Verwahrentgelte vermieden werden.

Auch bei der Entwicklung im Kreditgeschäft zeigte sich der Vorstandssprecher zufrieden. So betrug der Kreditbestand im Marktbereich 708,3 Millionen Euro und konnte um 12,3 Prozent gesteigert werden. Der Trend hin zu langfristigen Darlehen mit Zinsfestschreibungen war wie in den Vorjahren deutlich zu spüren. Die hohe Kreditnachfrage ging dabei sowohl vom Firmenkunden-, als auch vom Privatkundengeschäft aus.

Berichtet wurde auch, dass die Bank über eine solide Eigenkapitalausstattung verfügt. Damit erfüllt die Bank neben den europäischen Eigenkapitalanforderungen auch die Voraussetzung für künftiges Wachstum im Kreditgeschäft.

Abschließend machte der Vorstandssprecher noch einen Blick in das laufende Geschäftsjahr 2022. „Wir gehen trotz aller Widrigkeiten optimistisch in die Zukunft und rechnen mit moderaten Zuwächsen auf der Aktiv- und Passivseite der Bilanz. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch unserem Aufsichtsrat möchten wir mit der Volksbank Ulm-Biberach eG den gemeinsamen Weg gehen, damit unsere Raiffeisenbank Biberach auch weiterhin ein starker Partner für unsere Mitglieder, Kundinnen und Kunden bleibt“, so Scherer.

Die Ertragslage der Bank ist zufriedenstellend. Der Jahresüberschuss von 1,92 Mio. Euro bewegt sich auf dem Vorjahresniveau.

 

Dividende

Von dem 2021 erzielten Jahresüberschuss von 1,92 Millionen Euro wird die Bank ihren knapp 19.000 Mitgliedern eine Dividende in Höhe von 2 Prozent auf ihre Geschäftsanteile auszahlen. Zudem werden die Rücklagen gestärkt. Den entsprechenden Beschluss fasste die Versammlung einstimmig.

Im weiteren Verlauf wurden die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter zur Beschlussfassung über den Umfang der Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses, über die Verwendung des Jahresüberschusses als auch über die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand für das Geschäftsjahr 2021 zur Abstimmung aufgerufen. Zudem wurde über die Satzungsänderung hinsichtlich der Altersgrenze für die Wahl / Wiederwahl eines Aufsichtsratsmitglieds abgestimmt. Sämtliche Beschlüsse wurden mit einer deutlichen Mehrheit getroffen.

 

Gemeinsam in die Zukunft

Von besonderem Interesse für Mitgliedervertreterinnen und -vertreter war der Tagesordnungspunkt Nummer 10, in dem über die Verschmelzung mit der Volksbank Ulm-Biberach eG abzustimmen war. Unter dem Fusionsmotto „Zusammenführen, was zusammengehört.“ soll im Jahr 2022 eine leistungsfähige genossenschaftliche Mittelstandsbank für die Region entstehen. Es soll eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein. In insgesamt sieben Informationsveranstaltungen wurden die Vertreterinnen und Vertreter detailliert über die geplante Verschmelzung informiert. Zudem wurde der zugrundeliegende Verschmelzungsvertrag mit der Einladung an die Vertreterinnen und Vertreter zugestellt und alle Fragen der Vertreterinnen und Vertreter vollumfänglich beantwortet. Der Zusammenschluss dieser beiden starken genossenschaftlichen Banken wurde vom Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Biberach eG als zielführend und zukunftsorientiert für alle Beteiligten hervorgehoben: „Ein Zusammenschluss der Volksbank Ulm-Biberach eG mit unserem Haus schafft einen Mehrwert für Mitglieder, Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für die Region sowie für die Bank,“ so Scherer.  Dieser Meinung war auch die Mehrheit der 115 anwesenden Vertreterinnen und Vertreter. Mit 76,8 % haben die Vertreter/innen der Verschmelzung mit der Volksbank Ulm-Biberach eG sowie der Genehmigung des Verschmelzungsvertragsentwurfs zugestimmt.

Nun gilt es abzuwarten - am 28. Juli 2022 stimmen die Vertreterinnen und Vertreter der Volksbank Ulm-Biberach eG über das Fusionsvorhaben ab. 

 

Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Namen des gesamten Vorstandes sprach Gerolf Scherer allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank aus: „Trotz hoher Belastungen im vergangenen Jahr haben alle mit viel Einsatzfreude gearbeitet und somit den entscheidenden Anteil an den guten Wachstumszahlen des zurückliegenden Geschäftsjahres getragen.“

Presseinformation Nr. 04/2022 Julia Lorinser