Raiffeisenbank Biberach verzeichnet ein gutes Geschäftsjahr

Warthausen, 27.04.2022. In 2022 legt die Bank den Fokus auf die geplante Fusion mit der Volksbank Ulm-Biberach

„Das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 war trotz wirtschaftlicher und politischer Unwägbarkeiten ein gutes Jahr. Wir haben in allen wichtigen Bereichen gute Zuwächse erzielt und durch eine sparsame Unternehmensführung ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis erreicht“ so Vorstandssprecher Gerolf Scherer.

Die Raiffeisenbank Biberach eG hat im Jahr 2021 von ihrer starken Marktposition profitiert. Bilanzsumme, Kreditbestand und betreute Einlagen nahmen zu. Im Geschäftsalltag sei – im Vergleich mit dem ersten Pandemiejahr 2020 – wieder ein Stück Normalität eingekehrt. Einige Veränderungen im Kundenverhalten, die während der Corona-Pandemie zu beobachten waren, blieben allerdings auch für die Zukunft relevant, prognostiziert Scherer: „Die Trends hin zum Onlinebanking sowie zum bargeldlosen Bezahlen werden sich fortsetzen“.

Im Mittelpunkt aller Anstrengungen steht dabei unverändert der genossenschaftliche Kernauftrag der Raiffeisenbank Biberach unterstreicht Scherer. „Es ist unsere Aufgabe, Nutzen für unsere Mitglieder hier in der Region Biberach zu schaffen. Dass wir diesen Auftrag erfüllen, haben wir 2021 erneut unter Beweis gestellt“. So steigerte die Genossenschaftsbank 2021 ihr betreutes Kundenkreditvolumen an Unternehmen, Selbständige und Privatkunden um 9,1 Prozent auf 902,0 Millionen Euro. Für die Wirtschaft vor Ort war die Raiffeisenbank ein zuverlässiger Partner. Bei den Privatkunden waren Finanzierungen rund um die Immobilie besonders gefragt. Das Interesse am Eigenheim war trotz steigender Preise ungebrochen.

Trotz des Niedrigzinses und des zuletzt wieder anziehenden Konsums – der Zufluss von Kundeneinlagen hielt in 2021 weiter an. Das betreute Kundeneinlagevolumen der Raiffeisenbank-Kundinnen und Kunden in Bankanlagen, Wertpapierdepots und bei den genossenschaftlichen Partnerunternehmen stiegen um 5,4 Prozent auf 1,286 Milliarden Euro.

Die Bilanzsumme der Kreditgenossenschaft erhöhte sich 2021 um 3 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,64 Prozent auf 16,4 Millionen Euro gestiegen. Der Provisionsüberschuss liegt mit 5,2 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.

Beim Betriebsergebnis hielt die Raiffeisenbank Biberach eG mit 5,9 Millionen Euro ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres. Die Kreditgenossenschaft weist mit 1,3 Millionen Euro ein positives Bewertungsergebnis aus. Der Jahresüberschuss belief sich in 2021 wie im Vorjahr auf 1,9 Millionen Euro.

Zur Freude der Raiffeisenbank konnten in 2021 - 175 neue Mitglieder gewonnen werden. 18.908 Personen sind genossenschaftliche Miteigentümerinnen und Miteigentümer der Raiffeisenbank.

„Unsere Verbundenheit zu unseren Mitgliedern und zur Region stellten wir 2021 erneut dadurch unter Beweis, dass wir zahlreiche Vereine und Initiativen unterstützten. Insgesamt beliefen sich Spenden, von denen Kindergärten, Schulen und Vereine in der Region Biberach im vergangenen Jahr profitierten, auf 115 TEUR“ betont Vorstand Thanner.

Der Jahresüberschuss liegt in etwa auf dem Vorjahresniveau. „Dabei hat sich das Niedrigzinsumfeld, das schon seit Jahren eine zunehmende Herausforderung im Euroraum darstellt, auf unsere Ertragsentwicklung ausgewirkt“, berichtet Vorstand Braig. Ein positiver Einflussfaktor auf das Ergebnis ist dagegen die weitere Steigerung des Kreditvolumens gewesen. Auch von den weiterhin relativ geringen Kreditrisiken profitierte die Bank. „Hier ist aber nicht auszuschließen, dass diese – als Spätfolge der Corona-Krise oder im Zusammenhang mit der aktuellen Ukraine-Krise– in der näheren Zukunft noch steigen. Deswegen ist eine gute Eigenkapitalausstattung für unser Institut besonders wichtig“.

 

Zusammenführen was zusammengehört

Die Raiffeisenbank Biberach und die Volksbank Ulm-Biberach planen einen Zusammenschluss rückwirkend zum 01.01.2022. Beide Banken wollen aus der Stärke heraus, gemeinsam mit Zuversicht und Aufbruchstimmung die Zukunft weiterhin gemeinsam erfolgreich gestalten. „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der Fusion unsere Leistungsfähigkeit weiter vorantreiben und somit langfristig eine erfolgreiche regionale Genossenschaftsbank für unsere Mitglieder, Kunden und Mitarbeitern sichern“, so Vorstand Scherer. Dieser Schritt geschieht wohl überlegt und zum richtigen Zeitpunkt. Beide Häuser sind in der Region tief verwurzelt und schon lange gibt es vertrauensvolle Kontakte untereinander. Die geschäftspolitische Ausrichtung der Häuser ähnelt sich und ihre Geschäftsgebiete sind in der Region Biberach weitestgehend deckungsgleich. Da beide Banken betriebswirtschaftlich gut aufgestellt sind, kann die Verschmelzung aus der Position der Stärke erfolgen.

Aktuelle Herausforderungen wie zunehmende Regulatorik, steigende Eigenkapitalanforderungen, zunehmender Fachkräftemangel und andauernde Niedrigzinsphase beschäftigen beide Häuser und sind neben der zunehmenden Veränderungsdynamik die Hauptbeweggründe für die Fusion. Mit der Fusion können die dzt. offenen Stellen beider Häuser durch die Hebung von Synergieeffekten aufgefangen werden und brauchen nicht mehr besetzt werden. Betriebsbedingte bzw. fusionsbedingte Kündigungen wird es nicht geben.

 

Kernfaktoren zur Fusion

Die übernehmende Genossenschaft ist die Volksbank Ulm-Biberach eG. In der Raumschaft Biberach bleibt die Marke „Raiffeisenbank Biberach“ durch den Außenauftritt der vereinigten Bank als „Volks- und Raiffeisenbank Biberach“ erhalten. Den fünfköpfigen Vorstand bilden dann Ralph P. Blankenberg, Stefan Hell, Alexander Andre Schulze (Volksbank Ulm-Biberach eG) sowie Gerolf Scherer und Gerhard Braig (Raiffeisenbank Biberach eG). Die Vorstandspräsenz vor Ort bleibt dadurch, dass die Herren Scherer und Braig ihren Dienstsitz weiterhin in Warthausen haben, erhalten; die Herren Blankenberg, Hell und Schulze haben weiterhin ihren Sitz in Ulm. Die Aufsichtsratsbesetzung erfolgt anteilig am bisherigen Geschäftsvolumen. Die Standort- bzw. Geschäftsstellenpolitik wird auch in der neuen Bank nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten fortgeführt. Konkrete Schließungen von Standorten sind derzeit nicht geplant. Es findet eine fusionsunabhängige, laufende Überprüfung des Geschäftsstellennetzes statt. Grundsätzlich ist eine höhere Standorttreue durch die neue Größe der Bank möglich. Im Zuge der geplanten Verschmelzung verbleiben alle Mitarbeitenden im Vertrieb an ihren bisherigen Standorten. Bis zur technischen Fusion Mitte November 2022 bleiben BIC und IBAN unverändert. Nach der technischen Fusion wird der BIC der zwei Banken vereinheitlicht. Dadurch ändert sich bei den Kunden der Raiffeisenbank die IBAN; es ist jedoch sichergestellt, dass Zahlungen auch mit der aktuellen IBAN richtig verbucht werden. Die Kunden werden hierzu rechtzeitig und umfassend informiert werden. Alle mit den zwei Banken abgeschlossene Verträge behalten bis zum jeweiligen Laufzeitende ihre Gültigkeit. Die Entscheidungskompetenz der Mitarbeitenden in den Geschäftsstellen bleiben erhalten, denn kurze Entscheidungswege sollen die besondere Stärke auch der verschmolzenen Bank bleiben. Durch das institutsbezogene Sicherungssystem der Volks- und Raiffeisenbanken sind sämtliche Einlagen der Kunden, auch über die europäische Einlagensicherung hinaus, abgesichert Die künftig noch komfortablere Eigenkapitalausstattung der Bank ist ein zusätzlicher Garant für die Zahlungsfähigkeit der Bank. Alle Mitglieder sind künftig auch Mitglieder der gemeinsamen, neuen Bank. Die Mitgliedschaften werden automatisch umgeschrieben. Sollten bankübergreifende Mitgliedschaften bestehen, werden diese automatisch zusammengelegt. Die Höhe des Geschäftsanteiles beträgt bei beiden Banken 50,00 Euro. Ein wirtschaftlicher Nachteil ergibt sich daraus nicht.

Die fusionierte Bank hat eine Bilanzsumme von ca. 4,4 Milliarden Euro. Mit mehr als 95.000 Mitglieder und rund 155.00 Kunden verfügt die Bank über eine starke Gemeinschaft. Mit 30 personalbedienten Geschäftsstellen, 11 SB-Stellen und 12 GAA-Standorten ist die Bank im Geschäftsgebiet vertreten. 676 Mitarbeitende bilden die starke Basis für die neue Bank.

Die strategische Verantwortung des Vorstandes ist, nicht nur an das Heute, sondern vor allem an das Morgen und Übermorgen zu denken. Und gerade das führt Aufsichtsrat und Vorstand der Raiffeisenbank Biberach zu der Überzeugung, dass die beabsichtigte Verschmelzung zum derzeitigen Zeitpunkt ein logischer, weitsichtiger und richtiger Schritt ist. „Von Beginn an waren die gemeinsamen Begegnungen von großem Respekt, hoher gegenseitiger Wertschätzung und einer stets partnerschaftlichen Diskussion auf gleicher Augenhöhe geprägt. Das ist ein wichtiges Fundament für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft“ so Vorstand Scherer.

Die Vertreter der Raiffeisenbank wurden in den vergangenen Wochen in 6 Informationsveranstaltungen ausführlich und umfassend über das Fusionsvorhaben und dessen Beweggründe informiert. Alle Fragen der Vertreterinnen und Vertreter in diesen Dialogformaten wurden von den Vorständen detailliert beantwortet.

Die Entscheidungen über die Fusion finden in den Vertreterversammlungen am 28.06.2022 für die Raiffeisenbank Biberach und am 28.07.2022 für die Volksbank Ulm-Biberach statt.

Presseinformation Nr. 02/2022 Julia Lorinser